Die Aktie der Medicrops AG - eine Analyse

Wir sind eine international tätige, journalistisch arbeitende Analystengruppe und wurden beauftragt, ein Investment von 100.000 CHF im Bereich medizinisches Cannabis zu bewerten – konkret in die Medicrops AG des Selfmade-Unternehmers Ivan Mestrangelo, geboren in Mazedonien.

Der Markt für medizinisches Cannabis ist stark umkämpft. In Deutschland zählt die DEMECAN Holding GmbH zu den führenden, zugelassenen Produzenten. Weitere relevante Unternehmen sind Synbiotic aus München, Cannovum sowie Cantourage aus Berlin – alle drei börsennotiert und mit veröffentlichten Finanzkennzahlen.

International prägen zudem bedeutende Marktteilnehmer wie SNDL Inc., Tilray Brands, High Tide, Aurora Cannabis, TerrAscend, Canopy Growth und Village Farms International das Bild. Einige dieser Unternehmen sind inzwischen auch in Europa aktiv.

Eines jedoch verbindet all diese Marktakteure: Sie legen geprüfte Finanzzahlen offen – im Gegensatz zur Medicrops AG.



Hier nun das subjektive Ergebnis unserer Recherche hinsichtlich Medicrops AG: 

 

Die MediCrops AG wird häufig als aufstrebendes Gesundheits- oder Pharmaunternehmen mit großem Potenzial dargestellt. Bei einer nüchternen Analyse zeigt sich jedoch ein sehr anderes Bild, das für jeden potenziellen Investor – insbesondere bei einer Summe wie 100.000 CHF – unbedingt vor der Investitionsentscheidung vollständig verstanden werden muss.


Zunächst ist entscheidend, dass MediCrops nicht börsennotiert ist. Trotz eines angezeigten Kurses von 6 CHF pro Aktie existiert kein funktionierender Handel. Verschiedene Finanzportale zeigen ein „Kursbild“, doch das tägliche Handelsvolumen liegt seit Monaten bei exakt 0 Stück. Das bedeutet, dass der Kurs nicht durch Angebot und Nachfrage entsteht, sondern lediglich als statischer Referenzwert existiert. Praktisch kann niemand kaufen, niemand verkaufen, und somit gibt es keinen echten Marktpreis. Viele Anleger berichten öffentlich, dass sie ihre Aktien überhaupt nicht wieder veräußern können.


Der offizielle Prospekt (FIDLEG-Prospekt) bestätigt zusätzlich, dass es keine Kotierung gibt. Auch beim aktuellen Finanzierungsangebot wurde die Aktie zwar zu 5–6 CHF ausgegeben, allerdings ohne Börsenlisting und ohne geschaffene Liquidität. Ein solches Vorgehen ist typisch für sehr frühe, hochspekulative Phasen – aber nicht für ein Unternehmen, das sich bereits mit einer Bewertung zwischen 90 und 160 Mio. CHF präsentiert.


Besonders kritisch ist, dass keinerlei veröffentlichte Finanzzahlen existieren. MediCrops publiziert weder Umsatz- noch Gewinnzahlen, keinen Cashflow, keine Patienten- oder Kundenkennzahlen und auch keine operative Entwicklung. Obwohl PwC als Revisionsstelle fungiert, gibt es keine veröffentlichte PwC-Bewertung des Unternehmens. Aussagen wie „PwC unterstützt uns“ sind rechtlich korrekt, bedeuten aber lediglich, dass PwC die gesetzliche Abschlussprüfung übernimmt – was jedes Schweizer AG tun muss. Es bedeutet nicht, dass PwC die Bewertung bestätigt hätte oder ein Investment stützen würde.


Die Bewertung selbst ist daher nicht nachvollziehbar. Obwohl das Unternehmen nach außen mit einem Wert von über 100 Mio CHF auftritt, gibt es keine öffentlich zugänglichen Daten, die eine solche Bewertung untermauern. Selbst in wachstumsstarken HealthTech- oder Cannabis-Unternehmen beruhen Bewertungen auf Umsatzwachstum, Marktanteilen oder technologischer Führungsposition. Für MediCrops existieren solche Nachweise derzeit nicht.


Auch die Kapitalstruktur ist problematisch. Die Firma hat innerhalb kurzer Zeit mehrere Finanzierungsrunden durchgeführt, was auf einen erheblichen Kapitalbedarf hinweist. Eine neue Kapitalrunde mit über acht Millionen neuen Aktien verwässert frühere Investoren erheblich – und da weitere Kapitaleinsammelungen wahrscheinlich sind, wird diese Verwässerung sich fortsetzen. Ein Investor, der heute einsteigt, muss damit rechnen, dass sein prozentualer Anteil immer weiter schrumpft.


Das größte Einzelrisiko ist jedoch die Exit-Unmöglichkeit. Ohne Börse gibt es keinen organisierten Markt. Ohne organisierten Markt gibt es keine Liquidität. Ohne Liquidität kann ein Investor de facto nicht aussteigen. Selbst wenn die Firma operativ Erfolg hätte – ein theoretischer Wert nützt wenig, wenn er praktisch nicht realisierbar ist.


Viele Anleger sind bereits in dieser Situation: Sie besitzen formal wertvolle Aktien, können sie aber nicht verkaufen, weder über offizielle noch über inoffizielle Wege.



Risikobewertung & strategischer Vergleich mit etablierten Gesundheitsaktien

Wenn ein Investor heute 100.000 CHF in MediCrops investiert, erhält er rund 16.666 Aktien zu 6 CHF. Diese repräsentieren nach der Kapitalerhöhung lediglich etwa 0,06 % des Unternehmens. Aufgrund der extrem niedrigen Liquidität ist der realisierbare Wert dieser Aktien jedoch derzeit praktisch 0 CHF, da kein Käufermarkt existiert. Selbst wenn der theoretische Kurs von 6 CHF stimmte, wäre der Betrag nicht abrufbar.


Professionelle Risikoanalysen zeigen, dass bei Investments in nichtkotierte Unternehmen drei Szenarien dominieren: ein erfolgreicher IPO, ein außerbörslicher Käufer oder kein Exit. Für MediCrops ist der IPO bereits mehrfach verschoben worden. Der Prospekt selbst weist keine Kotierung aus. Der OTC-Handel ist faktisch tot. Daraus ergibt sich eine Exit-Wahrscheinlichkeit von unter 20 %. Gleichzeitig liegt die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlustes zwischen 40 und 60 % – ein für Privatanleger äußerst ungünstiges Verhältnis.


Zum Verständnis hilft ein Vergleich mit echten, börsennotierten Gesundheitsaktien. Unternehmen wie Roche, Novartis, Straumann, Bachem oder Siegfried verfügen über jahrzehntelange Geschäftsmodelle, Milliardenumsätze, geprüfte Jahresabschlüsse und einen täglich liquiden Markt. Diese Firmen sind reguliert, transparent und erlauben es Investoren, jederzeit zu kaufen oder zu verkaufen. Ein solches Investment ist selbstverständlich nicht risikofrei, aber das Risiko eines Totalverlusts ist geringer, und die Wertentwicklung ist nachvollziehbar, historisch belegt und kaufmännisch fundiert. Auch das Renditepotenzial ist im Gesundheitssektor attraktiv – oft zwischen 6 % und 15 % pro Jahr.


Der wesentliche Unterschied liegt nicht nur im Risiko, sondern in der Art des Investments:

  • MediCrops ist de facto ein Frühphasen-Privatplatzierungsdeal, der kaum reguliert, illiquide und spekulativ ist.
  • Gesundheitsaktien sind börsennotierte Beteiligungen an soliden Unternehmen mit geprüften Zahlen, reellen Märkten und echter Handelbarkeit.


Ein Investment von 100.000 CHF in MediCrops ist aus unserer Sicht also nicht mit einer Gesundheitsaktie vergleichbar – sondern mit einem Start-up-Investment ohne Schutzmechanismen, ohne Exit-Optionen und ohne Bewertungsfundament.


Zusammenfassung: 

MediCrops bietet aktuell keine reale Handelbarkeit, keine veröffentlichten Finanzzahlen und eine nicht belegbare Bewertung – bei gleichzeitig hohem Kapitalbedarf und sehr hohem Totalverlustrisiko. Die Aktie ist faktisch illiquide, ein Exit ist mit heutiger Informationslage kaum möglich. Echte Gesundheitsaktien hingegen sind liquide, transparent, reguliert und besitzen ein viel besseres Risiko-Rendite-Verhältnis.




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Natürlich wurden wir von einem potenziellen Investor dafür beauftragt und vergütet, diese Analyse durchzuführen. Der Hintergrund war jedoch eindeutig: Der Investor wollte ausschließlich sein eigenes Kapital schützen. Unsere Arbeit wurde unabhängig vom Ergebnis bezahlt – ob positiv oder negativ. Daher trifft das Sprichwort „Wer zahlt, bestimmt die Musik“ in diesem Fall nicht zu. Es gab keinerlei Vorgaben oder Einflussnahmen auf die Analyse.


Haben wir etwas übersehen?

Senden Sie uns gerne eine Nachricht – wir ergänzen oder korrigieren unsere Einschätzung bei entsprechendem Nachweis. 

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